Emilian Perchun. Die unglückliche Trennung (Erzählung aus dem Volksleben zur Zeit des Weltkriegs 1914-1918); S. M. Kalynez. Der gesegnete Stein. Lwiw: Verlag der M.-Katschkowskyj-Gesellschaft, 1936. – 32 S. – (Volksbibliothek. Erzählreihe; Teil 1 (540), Januar 1936). – Druckerei des Stauropigischen Instituts in Lwiw, gepachtet von Z. Medyzkyj. Verantwortlicher Redakteur: Jaroslaw Iw. Werbyzkyj. Das Buch hat kulturhistorischen Wert und ist von Sammlerinteresse. Information Mit diesem Büchlein eröffneten die Herausgeber das Jahr 1936 und ein neues Vorhaben – Erzählungen „unserer Bauern, dieser naturwüchsigen Talente“ zu drucken, wie es im Vorwort „Vom Verlag“ heisst. „Die unglückliche Trennung“ ist die Geschichte von Petro und Orysja aus einem galizischen Dorf, deren Liebe der Erste Weltkrieg zerreisst. Nach Angaben der Herausgeber spielt die Handlung vor dem Hintergrund der Thalerhof-Verfolgungen: 1914 verhafteten die österreichischen Behörden massenhaft galizische Bauern und Priester, die prorussischer Sympathien verdächtigt wurden, und brachten sie ins Lager Thalerhof bei Graz. Die Abschnitte beginnen mit Versepigraphen, unter anderem von M. Mokryzka. Die zweite Erzählung, „Der gesegnete Stein“, ist eine von einem alten Grossvater erzählte Legende über einen Felsen, bei dem Mönche neun Jahre in einer Höhle lebten, bevor das Kloster Maniawa entstand. Das Vorwort stellt beide Autoren als bäuerliche Autodidakten vor: Emilian Perchun ist „ein Bauer aus Repniw, Bezirk Kamjanka“, der „recht gelungen Verse schreibt“, Sylwester Mychajlowytsch Kalynez „ein zweiter Dichter und Schriftsteller“. Die Mychajlo-Katschkowskyj-Gesellschaft wurde 1874 in Kolomyja auf Initiative von Pfarrer Iwan Naumowytsch gegründet und bald nach Lwiw verlegt; sie war der wichtigste Bildungsverein der galizischen Russophilen und gab jahrzehntelang billige Monatsheftchen fürs Dorf heraus – die laufende Nummer 540 auf dem Titel ist die Zählung dieser Reihe. Die Sprache der Ausgabe ist typisch für die russophile Presse: galizische Volkssprache mit kirchenslawischen und russischen Formen („издательство“, „русский народ“), und in der Liste auf der hinteren Umschlagseite stehen ukrainische Titel neben russischen. Die Gesellschaft wurde 1939 aufgelöst. Die für Leser auf dem Land bestimmten Broschüren wurden auf billigem Papier gedruckt und sind schlecht erhalten.
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